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Alarmierungsablauf

Mitten in der Nacht geht der Melder und automatisch wirst du wach, ziehst dich an und begibst dich zum Gerätehaus. Aber hast du dich schonmal gefragt, was davor alles passiert ist? 

Vom Moment, in dem ein Notruf in der Leitstelle eingeht, bis zu Alarmierung passieren einige Schritte und wir möchten euch heute einmal einen Überblick geben, was denn da im Hintergrund alles passiert. 

Wenn der Disponent abhebt, beginnt schon direkt im Hintergrund die Doku-Anlage aufzuzeichnen. Denn alle Funksprüche und Notrufe müssen aufgezeichnet werden. Noch während ihr mit dem Disponenten sprecht, trägt dieser die ersten Daten in seine Einsatzleitsoftware ein und erhält erste wichtige Informationen zur Einsatzstelle, wie z.B. die genaue Lage und welche Einsatzkräfte für diesen Bereich vorgesehen sind. 

Anhand eurer Schilderung, was gerade passiert, schlägt der Computer automatisch diverse Einsatzstichworte vor, aus welchen der Disponent wählen kann. So werden die einzelnen Einheiten, welche benötigt werden, nach der Alarm und Ausrückeordnung ausgewählt und der Disponent sieht auch, welche davon z.B. gerade nicht im Standort sind. 

Sobald der Disponent genug Informationen hat, um den Alarm auszulösen, gibt er sein Datenpaket an den nächsten Mitarbeiter weiter, welcher die Alarmierung vorbereitet, einmal über alles drüber schaut  und dann letztendlich den Alarm auslöst. Es kann also passieren, dass der Alarm schon versendet wurde, obwohl ihr noch mit dem Disponenten am telefonieren seid und dieser weitere Informationen sammelt.  

Einmal alarmiert geht ein digitales Datenpaket raus in die Welt. Der DAG (Digitale Alarmgeber) wandelt das Datenpaket in ein POCSAG Paket um. POCSAG ist das Protokoll, mit welchem die Pakete zur digitalen Alarmierung gepackt und verarbeitet werden. Der DAG sendet dann das Paket an den Master-DAU (DAU = Digitaler Alarm Umsetzer), welche das Signal als Funkwelle aussendet. Hinter diesem Master-DAU sitzen dann noch vereinzelte Slave-DAUs, welche das ursprüngliche Signal noch weiter ins Land tragen. Durch eine gezielte Verteilung dieser Geräte wird somit eine großflächige Abdeckung des Einzugsgebietes sichergestellt. 

Doch wie weiß euer Melder, wann er auslösen soll? In jedem dieser Pakete steckt ein s.g. RIC (Radio Identification Code), welches eine einzigartige Kennung ist, ähnlich einer Rufnummer. Mit diesen RICs werden dann Gruppen gebildet und euer Melder wartet nur darauf, einmal eines der RICs aufzunehmen, für welches er programmiert ist. Empfängt er ein solches, löst dieser sofort aus und erst danach erhält der Meldeempfänger seinen Text und zeigt euch diesen im Display an. 

Ganz schön technisch, was da im Hintergrund teilweise in Millisekunden geschieht. Aber dank dieser modernen Technik sind Einsatzkräfte heutzutage nur noch wenige Sekunden nach Eingehen des Notrufs auf dem Weg, Menschenleben zu retten. 

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an unseren Funkwart, welcher uns dieses besondere Beitragsfoto ermöglicht hat!

Habt ihr euch schonmal Gedanken gemacht wie das funktioniert? Wie viele Einsätze habt ihr schon auf eurem DME erhalten? Erzählt uns davon in den Kommentaren!   

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