Erfahrungsberichte Spezial

Gewalt gegenüber Einsatzkräften

Ein Thema, welches zumindest im Saarland recht überschaubar ist. Aber dennoch kommt es vor: Gewalt gegenüber Einsatzkräften. Dieses Thema ist nicht nur Feuerwehrspezifisch sondern betrifft alle Rettungskräfte.

Mir persönlich ist dies im Einsatzfall noch nicht passiert, ich kenne auch keinen Kameraden, welchem so geschah. Gott sei Dank! Die Vorstellung ist extrem verdreht: Man setzt sein Leben und seine Freizeit aufs Spiel, lässt alles stehen und liegen um einer fremden Person zu helfen, die in Not ist. Doch anstatt von Lob und Anerkennung ist das Erste, was man entgegengebracht bekommt Herablassung oder man muss gar mit einem Angriff rechnen. Das ist in meinen Augen inakzeptabel jedoch leider Realität. Ich erinnere mich nur ungern an einen Beitrag von „Panorama“ auf YouTube, welchen ich vor einigen Jahren mal gesehen habe (für die Interessierten geht es hier zum Video).

Allerdings ist physische Gewalt nicht die einzige Form davon. Heutzutage muss man sich als Rettungskraft dumme Sprüche und Beleidigungen an den Kopf werfen lassen, weil man aus „Jucks und Dollerei“ eine Straße sperrt und den Verkehr umleitet. Diese Form von Respektlosigkeit darf und muss von einem Retter abprallen können, denn damit ist man immer öfter konfrontiert.

Ich erinnere mich an einen Einsatz, bei welchem ich die Straße gesperrt habe, nahe einer Schule, und ein Elternteil wollte sein Kind abholen. Ich konnte der Person leider keinen Durchlass gewähren, nicht nur damit wir sicher arbeiten können, sondern weil es auch unmöglich gewesen wäre für diesen PKW, an den stehenden Einsatzfahrzeugen vorbeizukommen. Und erst einmal hat der Fahrer gemeckert und sein Unverständnis für die Situation beklagt. Die Umstände waren ihm egal und der Umweg von einem Kilometer, welchen er in Kauf hätte nehmen müssen, war wohl viel zu groß für ihn.

Die Schutzschleife

Aus diesem Grund bin ich mehr als froh, dass es hierzu eine Initiative der Saarländischen Regierung gibt. Die Schutzschleife, ein kleiner Anstecker mit den Farben rot, weiß und blau, welche Repräsentativ für die Hilfsorganisationen stehen. Diesen trägt man an seiner Kleidung und symbolisiert Courage gegenüber Rettungskräften. Ich persönlich besitze mehrere und Trage auch einen an meiner Tuchuniform. Wenn ihr mehr über das Projekt erfahren wollt oder auch kostenlos einen solchen Anstecker erhalten möchtet, könnt ihr euch mal auf der Webseite vom Saarland darüber informieren.

Nichtsdestotrotz gibt es auch schöne Einsätze, bei denen man Dank und Anerkennung von den Bürgern entgegengebracht bekommt. Und diese überwiegen immer noch mit absoluter Mehrheit. Und die Gesichter der dankbaren Bürger zu sehen ist Ausgleich genug, zumindest für mich.

Wie sieht es mit euch aus? Ist euch schonmal etwas negative widerfahren oder habt ihr eine andere Meinung zu diesem Thema? Teilt uns eure Gedanken im Kommentarbereich mit!

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